In vier bis fünf Wochen wird der
Freedom Tower (so der ursprüngliche Name des World Trade Centers) das Empire State Building um vier Fuß überrragen. Und damit den Platz des höchsten Gebäudes in Manhattan einnehmen. Momentan ist der noch nicht ganz fertige Freedom Tower mit rund 1200 Fuß – das entspricht etwa 365 Metern – noch der zweitgrößte Wolkenkratzer der Stadt.
Insgesamt sind 104 Stockwerke geplant, die, wie die Twin Towers zuvor auch, überwiegend Bürogebäude beherbergen werden. Nach seiner Fertigstellung soll das neue World Trade Center, die Antennenanlage eingeschlossen, mehr als einen halben Kilometer hoch sein: exakte 1776 Fuß – als Hinweis auf das Jahr der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung – also rund 540 Meter. Mit dieser gigantischen Höhe wird es nach dem Willis Tower in Chicago das höchste Gebäude der USA.
Die ersten Fotos von Turmspitze aus
Ein Reporterteam des amerikanischen Nachrichtenmagazins „Daily News“ durfte vor zwei Wochen exklusive Fotos von der Spitze des neuen Wahrzeichens der USA schießen. Die Bilder lassen erahnen, wie atemberaubend der Blick vom Freedom Tower auf den New York Harbour und den Hudson River künftig sein wird. Die Reporter trafen auch die „cowboys of the sky“. So nennen die New Yorker liebevoll die Bauarbeiter, die wagemutig auf den Stahlträgern balancieren, um den Turm in die Höhe zu bauen. Die 150 Stahlarbeiter gelten als die stillen Helden des amerikanischen Wiederaufbaus nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001. Sie seien stolz darauf, das wieder aufbauen zu können, was die Terroristen vor elf Jahren zerstört hätten, sagt Konstruktionsleiter Steve Plate. Er bezeichnet den Turm auch als „das achte Weltwunder“ und „Ausdruck von Stärke und Entschlossenheit“.
Zehn Jahre dauert der Bau des neuen Wahrzeichen der Vereinigten Staaten nun schon. Zehn Jahre, die gespickt waren mit großen Problemen. Denn ursprünglich sollte die Bauzeit nur vier Jahre betragen. Und auch die veranschlagten Kosten von 2,1 Milliarden Dollar wurden bei weitem überstiegen. Trotz der Rückschläge erfüllt der Bau dennoch den von den Architekten Daniel Libeskind und David Childs erdachten Zweck: Eine trotzige Antwort auf den internationalen Terrorismus.