USA: Zehn Dinge, die wir von Kaliforniern lernen können
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Unsere Autorin hat sich in zwei Jahren zehn Dinge vom kalifornischen "Way of Life" abgeschaut.
,San Francisco
Nicht nur das Jahr 2015 ist vorbei, auch meine Zeit in San Francisco. Nach knapp zwei Jahren in der Stadt am Golden Gate ziehe ich nach New Orleans, Louisiana. Das nächste Jahr werden kreolisches Essen, Bluesbands, Jazzclubs und "Big Easy" den kalifornischen "Way of Life" ablösen. Was diesen ausmacht und was wir uns von Kaliforniern abschauen können:
Bleib gelassen
Erdbeben gibt es in Kalifornien ständig. Allerdings sind die meisten so schwach, dass man sie oft gar nicht mitbekommt. Und wenn man etwas merkt, ist es nur ein schwaches Zittern, ganz kurz, dann ist es schon wieder vorbei. Trotzdem schwebt über der gesamten Westküste ständig das Damoklesschwert "Big One": ein gewaltiges Beben, das alles dem Erdboden gleichmachen wird. Dass es kommt, ist keine Frage. Nur wann, weiß keiner. Trotzdem ist dies kein Grund für Kalifornier, allzu nervös zu werden. Sie akzeptieren die drohende Naturkatastrophe und bleiben gelassen. Freilich schaffen sie sich ein Survival-Kit mit Essensvorräten an, hängen keine schweren Bilder übers Bett und stellen in den Regalen alles ganz nach hinten. Und die, die in Küstennähe wohnen, wissen, welche Tsunami-Evakuierungsroute sie im Notfall nehmen müssen. Und bis zum Ernstfall: Immer schön cool bleiben.
Kleider machen keine Leute
Im Englischen gibt es das Sprichwort: "Don't judge a book by its cover", beurteile kein Buch nach seinem Umschlag. Außerhalb von Bibliotheken heißt das: Bewerte Menschen nicht nach ihrem Äußeren. Kleidung, das weiß man in Kalifornien nur zu gut, sagt nichts über die Größe des Geldbeutels aus. Nicht jeder Anzugträger ist reich. Er könnte auch ein mies bezahlter Google-Busfahrer sein. Und nicht jeder im grauen T-Shirt und Kapuzenpulli ist ein Obdachloser, Tagedieb oder arbeitsloser Hippie. Vielleicht ist es Mark Zuckerberg oder ein anderer Tech-CEO. In Kalifornien laufen Milliardäre gerne im "casual outfit" durch die Gegend. Und im Hoodie, da ist jeder gleich.
Glaube an dich und deine Träume
Kalifornien lebt den "amerikanischen Traum". Alle wissen: Nach oben kommt nur, wer sich anstrengt. Geschenkt wird einem nichts. Wer einen Traum hat im Leben, sollte alles ihm Mögliche tun, um ihn zu verwirklichen, so das Credo. Wer fest an sich glaubt, kann es zum Millionär bringen - auch wenn er von ganz unten kommt. Zuletzt eindrucksvoll bewiesen hat das Jan Koum, der Gründer von WhatsApp. Er ist im Alter von 16 Jahren aus der Ukraine nach Kalifornien gekommen. Laut Forbes-Liste 2015 beträgt sein Vermögen heute etwa 7,7 Milliarden US-Dollar. Bei den Frauen gilt unter anderem Sheryl Sandberg als Vorbild. Die Facebook-Managerin ist geschätzte 1,2 Milliarden Dollar reich und hat das Buch "Lean In" geschrieben, in dem sie Frauen auffordert, sich in ihre Karrieren reinzuhängen. Damit hat sie noch ein paar Extra-Dollar verdient.
Plaudere dich durchs Leben
Im Vergleich zu uns eher maulfaulen und oft distanzierten Deutschen sind Amerikaner Smalltalk-Götter. Stets begrüßen sie einen freundlich, fragen immer, wie es geht und zeigen Interesse an ihrem Gegenüber. Nur oberflächliches Getue? Kann sein, muss aber nicht. Hauptsache, man kommt leicht mit Leuten ins Gespräch und findet schnell Anschluss. Wer steht schon gerne auf einer Party allein mit seinem Getränk herum und starrt verlegen Löcher in die Luft? In Kalifornien wird man sofort in eine Konversation verwickelt. Das Schönste daran: Wenn man sich selbst einen Ruck gibt, so offen auf eine wildfremde Person zugeht und sie einfach anspricht, wird man garantiert nicht blöd angeschaut oder unfreundlich abgewiesen. Das lockere Plauschen gehört hier einfach dazu.
Zum Surfen ist es nie zu kalt
Viele Europäer haben eine völlig falsche Vorstellung von Kalifornien, was die Badequalitäten des Pazifik betrifft. Die Westküste hat zwar unzählige schöne Strände, doch das Beach-Life ist weit weg vom Copacabana-Feeling. Das Wasser des Pazifik ist kalt, in der Regel zwischen 15 und 18 Grad Celsius. Nur in Ausnahmefällen werden mal 20 Grad oder mehr erreicht. Doch was ein echter Kalifornier ist, lässt sich von solchen Nebensächlichkeiten nicht abhalten. Die Strände von San Diego über Los Angeles bis San Francisco sind voller Surfer. Am Ocean Beach in San Francisco ist etwa der Sänger Chris Isaak ("Wicked Game") einer von ihnen. Die Wellen sind fantastisch - und wozu gibt es dicke Neoprenanzüge? Die einzigen, die dieses Lebensgefühl nachvollziehen können, sind vermutlich die Surfer in München. Wer sich in den Eisbach traut, hält die Temperaturen im Pazifik locker aus.
Ein Problem? Wunderbar!
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Sing für deinen Landstrich
Als Kalifornier fällt es einem nicht schwer, stolz auf seinen Bundesstaat zu sein. Der Golden State ist gesegnet mit einer atemberaubenden Natur, freundlichen Menschen, großartiger Küche, liberalem Zeitgeist und relativem Wohlstand. Deshalb begegnen einem wohl ständig und überall Songs über Kalifornien (oder einem bestimmten Teil davon), die jeder Bewohner textsicher mitsingen kann - egal ob in der Bar, beim Straßenfest oder im Football-Stadion. Klar, "California Girls" von den Beach Boys und "Hotel California" von den Eagles kennt jeder, da gibt es aber durchaus Originelleres. Meine persönliche Top Ten der Kalifornien-Song, denen man hier einfach nicht entkommt:
Multikulti gehört in Kalifornien zum Lebensgefühl. Im Schmelztiegel an der Westküste leben nicht nur Amerikaner aus allen anderen 49 Bundesstaaten, sondern Millionen Asiaten, Latinos, Europäer und Menschen aus sonstigen Ecken unserer Erde. So ist eine einzigartige Feier-Kultur entstanden: Das chinesische Neujahr wird genauso zelebriert wie der mexikanische Dia del Muerte oder das christliche Weihnachten. "Diversity", die Vielfalt von Menschen unterschiedlicher Herkunft und Kultur, ist hier im Alltag und am Arbeitsplatz selbstverständlich. Die Mannigfaltigkeit wird nicht nur toleriert, sondern begeistert umarmt. Einziger Wermutstropfen: Bei der Chancengleichheit für Frauen hapert es in manchen Tech-Firmen noch.
Alles geht
Optimismus ist in Kalifornien das wichtigste Lebensgefühl. "Anything goes", alles geht, alles ist erlaubt. Wer aus dem leicht pessimistischen Deutschland kommt, wo gerne gejammert und alles erst einmal tausendmal durchdacht wird, staunt über so viel positive Lebensenergie und Experimentierfreude. Viele sind nicht nur freundlich und interessiert, sie packen zu und helfen, wo sie nur können. Hat man sich an die "Hands-on"-Mentalität der Kalifornier gewöhnt, will man sie nicht mehr missen. Ein Problem gibt es nur, um gelöst zu werden.
USA Voll echt
Beverly Hills, 90210 war so erfolgreich, weil sich Teenager endlich verstanden fühlten. Die Drehorte in Kalifornien haben dieses Lebensgefühl bewahrt.
Lebe gesund und sportlich
Wer gesünder leben will, sollte nach Kalifornien ziehen. Hier wimmelt es nur so vor Biokost-, veganen oder vegetarischen Restaurants und Spezialitätengeschäften mit "healthy food". Selbst die Foodtrucks verkaufen nicht nur Burger, sondern oft Veganes oder Rohkost. Neue Esstrends (man denke nur an den Boom der "Kale-Shakes") testen Kalifornier begeistert und ohne Vorurteile. Außerdem gehört Sport genauso zu Kalifornien wie der Pazifik. Die Outdoor-Aktivitäten wie Joggen, Hiken und Radfahren sind so beliebt wie Gewichte heben, Aerobic oder Yoga im Gym. An Sonntagen im Golden Gate Park in San Francisco sieht man etwa doppelt so viele Jogger wie Spaziergänger, alle rank und schlank. Wenn das mal keine Motivation ist.
MTB-Tour in Los Angeles Wildnis über Hollywood
Spare Wasser
Eigentlich sind Amerikaner im allgemeinen eher verschwenderisch im Umgang mit Ressourcen. Doch in Kalifornien hat man dazulernen müssen. Schon vier Jahre dauert die schlimme Trockenheit. Jeder Kalifornier - vom Pizzabäcker bis zum Filmstar - ist angehalten, so wenig Wasser wie möglich zu verbrauchen. Bis auf ein paar Hollywood-Schnösel, die einfach nicht auf ihre drei Outdoor-Pools und das Gießen der weitläufigen Ranch verzichten wollen, halten sich die meisten daran. Das Auto wird nicht mehr einmal die Woche gewaschen, die öffentlichen Parks werden nur noch in Ausnahmefällen bewässert. Und ich habe in Kalifornien gelernt, in nur drei Minuten zu duschen.
Kalifornien-Kolumne Neues aus San Francisco
In "USA, Land der Fettnäpfchen" hat Autorin Beate Wild über Stolpersteine beim Ankommen in den Vereinigten Staaten berichtet. In der Kolumne "Neues aus San Francisco" schreibt sie über das Leben in Kalifornien, das für Zugereiste mitunter gewöhnungsbedürftig ist:
Amerikanischer Traum? Wer als Unternehmer ein Büro in den USA aufmachen will, erlebt eher einen Albtraum. / Bild: Reuters
In den USA sind tüchtige Unternehmer willkommen? Von wegen. Für Moritz Plassnig, Gründer der Wiener IT-Firma Codeship, geriet der Einstieg zum bürokratischen Spießrutenlauf. Und damit ist er nicht allein.
Der amerikanische Traum beginnt in Kirchbach. Dort unten in der Südsteiermark hätte er auch schon bald wieder enden können, wäre Moritz Plassnig nicht eine Kombination aus schlauem Kopf und Dickschädel – also der geborene Unternehmer. So aber leitet der spitzbübisch wirkende 26-Jährige mittlerweile eine IT-Firma auf zwei Kontinenten und in drei Zeitzonen, mit über 20 Mitarbeitern und 4,4 Millionen Dollar von Investoren im Gepäck. Aber für den Sprung über den großen Teich musste er so viel Anlauf nehmen, dass die meisten anderen seines Alters längst aufgegeben hätten.
Der amerikanische Traum: Dazu gehört doch, dass jeder willkommen ist, der gute Ideen hat und sie tüchtig umsetzt? Von wegen. Die Realität einer paranoiden Großmacht sieht anders aus – zumindest, bis man es ins Gelobte Land geschafft hat.
Das zeigt Plassnigs Geschichte. Das Programmieren lernte er auf der HTL. Sein Wirtschaftsstudium hängte er bald für die Praxis an den Nagel. Mit 21 gründeten er und zwei Partner Codeship. Ein Internet-Start-up, aber nicht eines von den vielen, die albern-verspielte Apps entwickeln. Es geht um ein hartes Geschäft mit anderen Firmen: das automatisierte Testen und Ausrollen neuer Software-Versionen. Microsoft, IMB, HP: Sie alle bieten großen Kunden dieses Service an. Aber dabei haben sie einen Trend übersehen: das Cloud Computing. Die „Wolke“ erlaubt, Daten via Internet auszutauschen. Das eröffnet auch in diesem Feld Chancen für neue Anbieter. Eine Handvoll Davids fordern die Goliaths heraus. Codeship ist vorn dabei und könnte den Wettlauf gewinnen.
500 Seiten Antrag. Aber rasch wurde Plassnig klar: Kapitalgeber für seine großen Pläne findet er nur in den USA. Also zog er mit seinem Schulenglisch los, um in Boston ein Büro aufzumachen. Vorerst allein, sein Team ließ er in Wien zurück. Das erregte das Misstrauen der Einwanderungsbehörde. „Mein Antrag war ein Riesenstapel Papier, an die 500 Seiten“, erzählt er der „Presse am Sonntag“. Alles musste er nachweisen: die Struktur seiner Firma, ihre wirtschaftliche Lage, Fotos vom Büro, Businesspläne, Personalpolitik. Er sollte beweisen, dass er über spezielles Wissen verfügt, das er nur durch seine Arbeit erlangen konnte. Die Beamten unterstellten ihm: „Du hast deine Firma nur gegründet, damit du das Visum bekommst.“ Ihr Generalverdacht, wie Plassnig ihn erlebte: „Jeder probiere irgendwie, sich in die USA einzuschleichen.“ Sein Antrag wurde prompt abgeschmettert. Also: ein neuer Anlauf. „Man wartet ewig.“ Denn „der Prozess ist extrem schlampig, langsam und manuell“. Es gab zwar ein Milliardenprojekt von Präsident Obama, das System zu digitalisieren. „Aber alles, was dabei herausgekommen ist, war ein einziges Onlineformular – und das hat nicht funktioniert.“
Andere Einreisewillige mögen es leichter haben. Es gibt Visa für Investoren, die viel Geld mitbringen, oder für Wissenschaftler. Und natürlich das Visum für Schlüsselarbeitskräfte, also Spitzenleute. Aber dafür bewerben sich mehr, als der amerikanische Staat aufnehmen will, weshalb eine Lotterie bestimmt, wer sie bekommt. „Darauf kann man sich nicht verlassen“, erklärt Plassnig. Also blieb für seine Firma nur das „Intracompany“-Arbeitsvisum zum temporären Transfer von Mitarbeitern zwischen Standorten. Nur dass sich in diesem Fall zuerst einmal der Chef selbst an einen neuen Standort versetzte. Das ist nur „theoretisch“ möglich, schreibt die deutsche Auswandereragentur The American Dream auf ihrer Website. Generell warnt die erfahrene und mehrfach ausgezeichnete Organisation bei dem Visum vom Typ L-1 alle kleineren Firmen vor einem „zeit- und kostenintensiven Verfahren, das schwierig und häufig von Ablehnungen betroffen ist“.
Irgendwann, irgendwie hat es Plassnig dann trotz allem geschafft. Jetzt aber wiederholt sich die mühselige Prozedur mit jedem Mitarbeiter, den er für einige Zeit nach Boston holen will. Alex Tacho etwa hat in Wien das Produkt von Codeship entwickelt. Dennoch musste er sein „unternehmensinternes Spezialwissen“ aufwendig nachweisen, indem er den E-Mail-Verkehr mit seinem Chef und andere interne Dokumentationen vorlegte.
Beim Programmierer Benjamin Fritsch dauerte es fast ein Jahr. Er hatte schon die Möbel seiner Wiener Wohnung verkauft und soeben geheiratet, als ihn die erste Ablehnung überraschte. Es folgten: Verunsichertes Warten von Monat zu Monat, Verzicht auf jeden Urlaub, neuerliche Ablehnung – bis es beim dritten Versuch ein halbes Jahr später endlich klappte.
In Europa willkommen. Bei jeder Einreise wiederholt sich das gleiche, zermürbende Zeremoniell: ein erstes Interview, das die Polizisten misstrauisch macht. Ein zweites Interview im „Verhörraum“, aufgezeichnet und mit Zeugen, vor bewaffneten Fragestellern. Der Ausgang ist jedes Mal höchst ungewiss.
Kurt Lojka etwa wollte für ein paar Wochen kommen, zuerst im Bostoner Büro mithelfen und anschließend Urlaub machen. Aber mit seinem Businessvisum durfte er nur Kunden besuchen oder auf Konferenzen gehen. Als man ihn nach seinen Plänen für seinen US-Aufenthalt befragte, nahm er fatalerweise das Wort „Arbeit“ in den Mund. Sofort wurde er in den Flieger retour nach Wien gesetzt – ohne seine Freundin. Sie wollte in der Zwischenzeit einen Sprachkurs machen und wurde beim Schalter nebenan durchgelassen. So reißt die Bürokratie auch Paare auseinander.
Für Plassnig steckt hinter all dem auch die Angst, Fremde könnten den Einheimischen den Job wegnehmen. „Selbst wenn man viel Steuern zahlt und dafür sorgt, dass es auch mehr Arbeitsplätze für Amerikaner gibt.“ Der Vergleich macht ihn sicher: Der umgekehrte Weg, von den USA nach Europa, „ist um einiges leichter“. Mit der Rot-Weiß-Rot-Card in Österreich hat er für seine US-Mitarbeiter gute Erfahrungen gemacht. Und eine amerikanische Programmiererin zum Arbeiten nach Berlin zu bringen war überhaupt „super einfach“.
Sichtvermerk reicht nicht. Unter den Mühen, ein Visum für die USA zu bekommen, leiden aber nicht nur Jungunternehmer und ihre Mitarbeiter. Auch hoch qualifizierte Wissenschaftler ringen bisweilen mit der amerikanischen Einwanderungsbürokratie. „Am Anfang muss man sicherheitshalber schon ein Jahr vor Antragstellung alle Dokumente zusammensuchen“, sagt Elisa Arthofer. Die Doktorandin an den National Institutes of Health in Bethesda bei Washington musste, um ihr akademisches Visum des Typs J-1 beantragen zu können, einem Schlüsselformular ein Dreivierteljahr lang nachlaufen.
Und wenn man den Sichtvermerk im Pass hat, muss man bei der Einreise in die USA trotzdem ständig mit unangenehmen Fragen rechnen: „Die wollen bei der Immigration dann wissen, warum man hier ist, und ganz genau, was man macht, obwohl sie sicher keine Ahnung von biologischen Labors haben“, wundert sich Arthofer.
Der Harvard-Absolvent Martin Wallner kennt dieses Gefühl. Mit seinem Start-up Macro House richtet er in Austin, Texas, speziell auf Technologiearbeiter zugeschnittene Gemeinschaftswohnungen ein. Derzeit müht er sich durch den Visumsprozess für einen anderen Österreicher, den er als Geschäftspartner an Bord und in die Vereinigten Staaten holen will. „In Summe kostet ein Visumsantrag rund 5000 Dollar. Das ist nicht so die Hürde, sondern eher die Ungewissheit, ob der Antrag angenommen wird“, sagt er.
Wallner hat sein aktuelles H1B-Visum im vergangenen Jahr erhalten. Er ist damit in einer beneidenswerten Lage. Denn um diese jährlich 85.000Aufenthaltstitel für ausländische Schlüsselarbeitskräfte, die unter den Bewerbern verlost werden, hat sich in jüngster Vergangenheit ein scharfer Wettbewerb entwickelt.
Das liegt nicht nur daran, dass sich die amerikanische Volkswirtschaft (genauer: jene Sparten, die hoch qualifizierte Arbeitskräfte verlangen) nach der Finanzkrise so schnell erholt hat. Die H-1B-Visa sind in erster Linie deshalb schon kurz nach Beginn der Beantragungsfrist am 1. April vergriffen, weil große Outsourcingunternehmen das System missbrauchen. Sie stellen sofort nach Beginn der Bewerbungsfrist Tausende Anträge auf einmal. Damit werden IT-Ingenieure aus Fernost in die USA geschickt. Dort studieren sie jene Jobs, die sie nach der Auslagerung (zumeist nach Indien) anstelle der gekündigten amerikanischen Arbeitnehmer besetzen. Im Jahr 2013 waren solche Outsourcingkonzerne – allen voran Infosys, Tata Consultancy Services und HCL America – sechs der zehn Unternehmen mit den meisten genehmigten H-1B-Visa. Im Jahr darauf waren sie 13 der Top 20. Diese 20 Firmen heimsten allein 32.000Visa ein. Das waren 40 Prozent aller in diesem Jahr verfügbaren H-1B-Visa. Auf diese Weise verloren zum Beispiel 250 IT-Arbeitnehmer des Vergnügungsparks Disneyworld in Orlando, Florida, im Herbst 2014 ihre Stellen.
Großer Reformbedarf. „Im Großen und Ganzen ist der ganze Prozess sehr mühsam und sollte schnellstmöglich reformiert werden“, sagt Wallner. „Jedes Technologieunternehmen in den USA hat damit Probleme. Denn es gibt in den USA allein nicht genug viele gute Leute, und man braucht den globalen Pool an Talenten.“
Auch Jungunternehmer und Programmierer aus Wien. Moritz Plassnig kann heute, nach vollbrachter Tat, über die USA so wie einst Frank Sinatra über New York singen: „Wenn du es hier schafft, dann schaffst du es überall.“ Aber „it's up to you“? Wem es nicht gelingt, im Land der bürokratisch begrenzten Möglichkeiten sein Glück zu machen, der scheitert oft schon am Übermut der Ämter.
Zur Person
Moritz Plassnig (26) ist Mitgründer von Codeship, einem Wiener Softwareunternehmen. Er arbeitet seit drei Jahren von seinem Büro in Boston aus.
Codeship hat eine Software entwickelt, die es den Programmierern von Webseiten und Apps massiv erleichtert, neue Versionen zu testen und einzuführen. Das Unternehmen hat über 2000 Kunden, von Ein-Mann-Firmen bis zu börsenotierten Konzernen.
DARUM MUSS DER REISEPASS OFT NOCH SECHS MONATE GÜLTIG SEIN
Viele Länder verlangen, dass der Reisepass noch einige Monate über die Einreiseerlaubnis hinaus gültig ist. Aber warum ist dies erforderlich, wenn der Abreisetermin doch bereits feststeht?
Bei Reisen in viele Länder gilt: Der Reisepass muss bei der Einreise noch mindestens sechs Monate gültig sein. Das ist zum Beispiel in Thailand so, informiert das Auswärtige Amt in seinem Reisehinweis für das beliebte Urlaubsland. Auch für viele andere Staaten weltweit gilt diese Regel.
Für die Einreise in andere Länder, zum Beispiel nach Südafrika oder Vietnam, beträgt die vorgeschriebene Gültigkeitsdauer nur 30 Tage oder weniger, und manchmal wird laut Auswärtigem Amt lediglich „eine Gültigkeitsdauer über die Dauer des geplanten Aufenthalts hinaus“ empfohlen, wie etwa im Fall von Argentinien.
Doch warum gibt diese Regeln? In vielen Ländern brauchen Reisende ein Visum oder eine Einreisegenehmigung, die zum Beispiel am Flughafen erteilt wird. Diese hat eine bestimmte Gültigkeit: 30 Tage, 90 Tage oder sogar 180 Tage. Eine Reihe von Ländern verlangen, dass der Reisepass in diesem Zeitraum noch gültig sein muss, auch wenn die Urlaubsreise vielleicht nur eine Woche dauert, erklärt das Auswärtige Amt.
Doch der Reisepass sollte sicherheitshalber noch für einen längeren Zeitraum als die Dauer der Einreiseerlaubnis gültig sein. Denn wenn ein Urlauber unterwegs krank wird, verlängert sich der Aufenthalt womöglich unfreiwillig. Und in diesem Fall würde er mit einem abgelaufenen Reisepass ohne gültiges Ausweisdokument dastehen – was viel bürokratischen Aufwand bedeutet. Darum ist es sinnvoll, wenn der Reisepass erst einige Zeit nach der Reise abläuft.
Eine Auswahl beliebter Urlaubsländer, in denen der Reisepass nach Einreise oder über das Abreisedatum hinaus noch mindestens sechs Monate gültig sein muss:
Ägypten
Bahamas
Barbados
Brasilien
Bolivien
China
Chile
Costa Rica
Ecuador
Fidschi
Dominikanische Republik
Indonesien
Israel
Jamaika
Kenia
Kuba
Marokko
Mexiko
Namibia
Oman
Peru
Philippinen
Russland
Singapur
Sri Lanka
Thailand
Trinidad und Tobago
Tunesien
Venezuela
Vereinigte Arabische Emirate
Eine Übersicht aller Länder mit den entsprechenden Reise- und Sicherheitshinweisen finden Sie hier.
Wer eine Metropole wie London, New York oder Paris zum ersten Mal besucht, fragt sich nicht nur, welche Highlights unbedingt auf dem Programm stehen müssen, sondern auch: was man in der jeweiligen Stadt besser vermeiden sollte. In den Foren auf Tripadvisor findet man zu vielen Reisezielen sehr gute Tipps von Urlaubern. Hier eine Auswahl der Dinge, die New-York-Touristen lieber bleiben lassen sollten.
1
Steigen Sie nicht in die U-Bahn, ohne vorher zu checken, ob es Richtung „Uptown“ oder „Downtown“ geht!
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Ist man als Inhaber einer Metro-Card erst mal in die falsche Richtung gefahren, muss man 18 Minuten warten, bevor man das Ticket auf der gegenüberliegenden Seite wieder durchziehen kann. Zudem sollte man beachten, dass „Express Trains“ nicht an allen Stationen halten.
2
Besuchen Sie nicht nur die Mainstream-Orte!
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New York hat viele sehenswerte Stadtviertel, die von Touristen noch wenig besucht werden, wie etwa Tribeca (Foto), East Village, Chelsea und Greenwich.
3
Kaufen Sie sich nicht zwangsläufig einen „New York City Pass“!
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Damit bekommt man zwar Zutritt zu einigen Attraktionen wie z. B. dem Empire State Building (Foto). Allerdings hängt es davon ab, wie viele der Sehenswürdigkeiten Sie überhaupt besuchen wollen/können. Rechnen Sie vorher aus, ob Sie ohne den City Pass nicht günstiger wegkommen!
4
Lassen Sie sich New Yorks Gastro-Szene nicht entgehen!
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Kulinarisch hat New York einiges zu bieten, und mit ein bisschen Glück trifft man auch den ein oder anderen Promi. Auch lohnenswert: ein Sonntagsbrunch.
5
Vergessen Sie nicht, gut zu frühstücken!
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Für einen Tag in New York brauchen Sie viel Energie.
6
Gehen Sie nicht an einem x-beliebigen Tag ins Museum!
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Bei vielen Museen ist der Eintritt an bestimmten Wochentagen frei.
7
Vermeiden Sie es, mit dem Taxi zu fahren!
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Zumindest sollten Sie darauf verzichten, wenn Sie Geld sparen wollen, denn Taxifahrten in New York sind nicht billig. Zudem bleibt man damit oft im dichten Verkehr der Millionen-City hängen und ist mit der U-Bahn oftmals viel schneller am Ziel.
8
Versuchen Sie nicht, alles auf einmal zu sehen!
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New York hat unendlich viele Sehenswürdigkeiten. Am besten man macht sich einen genauen Plan, was man unbedingt sehen möchte – und sieht sich den Rest einfach beim nächsten New-York-Besuch an.
9
Vergessen Sie nicht Ihre bequemen Schuhe!
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New York ist groß, die Distanzen sind beträchtlich, und Sie werden viel zu Fuß unterwegs sein.
10
Bestellen Sie im Restaurant kein Wasser aus der Flasche!
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Das Leitungswasser in New York ist sauber und kann problemlos getrunken werden. Allerdings kann es leicht nach Chlor schmecken – wen das nicht stört, spart bei Restaurantbesuchen im teuren New York bares Geld.
11
Verpassen Sie nicht die Street-Food-Märkte der Stadt!
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Leckereien aus aller Welt schlemmen und dabei New Yorks Hipster beobachten: Einen Besuch bei einem der Street-Food-Märkte der Stadt sollte man sich nicht entgehen lassen. Auf dem Foto zu sehen: der Chelsea Market.
12
Kaufen Sie Musical-Karten nicht vorab!
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Das lohnt sich meistens nicht. Je nach Wochentag bekommt man die Tickets am selben Tag zum halben Preis.
13
Versuchen Sie nicht, die Freiheitsstatue spontan zu besichtigen!
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Wer auf die Insel will, muss lange im Voraus reservieren. Urlauber monieren bei Tripavisor zudem, dass man lange Wartezeiten von bis zu drei Stunden einplanen muss, bevor man auf die Zubringer-Fähre kommt. Tipp: Die kostenlose Staten Island Ferry fährt direkt an Liberty Island vorbei und bietet einen tollen Blick auf die Freiheitsstatue.
14
Lass Sie sich nicht zur sehr von der beeindruckenden Architektur ablenken!
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Wenn Sie permanent nach oben gucken, werden Sie noch von einem Auto erwischt oder stehen im Weg rum und stören die New Yorker, die es oft eilig haben.
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Wenn Sie im Winter nach New York fahren, ziehen Sie sich bloß nicht zu kalt an!
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In der kalten Jahreszeit kann es richtig ungemütlich werden im Big Apple, und in den Häuserschluchten zieht es dann unangenehm. Am besten, man kleidet sich nach dem Zwiebelprinzip, weil viele Indoor-Orte stark beheizt sind. Nehmen Sie auch Mütze und Handschuhe mit!
16
Wenn Sie kurz vor Weihnachten kommen, wundern Sie sich nicht über die Menschenmassen in den Straßen!
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Wenn die New Yorker Weihnachtsferien haben und Geschenke shoppen, sind die Straßen heillos überfüllt.
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Wenn Sie Silvester am Times Square feiern wollen, seien Sie nicht zu spät da!
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Am besten, man kommt schon morgens, nicht viel später als 10 Uhr. Kurz darauf werden die Straßen von der Polizei gesperrt – und es gibt kein Durchkommen mehr.
18
Verpassen Sie nicht die Manhattan Bridge!
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Ob als Foto-Motiv von außen oder als Ort für einen Spaziergang mit Blick auf die Skyline: Die Manhattan Bridge sollte auf jeden Fall Teil eines New-York-Besuchs sein.
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Vergessen Sie nicht, auch mal durchzuatmen!
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New York ist eine sehr hektische Stadt, bietet mit ihren vielen Parks aber auch zahlreiche Möglichkeiten zum Innehalten und Entspannen. Neben dem berühmten Central Park lohnen sich zum Beispiel der Battery Park (Foto), der Washington Square Park, der Union Square Park oder Bryan für einen Besuch.