Montag, 21. Juli 2008
Obama in Berlin Millionen Deutsche hörten Rede
Sonntag, 20. Juli 2008
Festnetz, Handys – die günstigsten Anbieter Wie telefoniere ich billig aus dem Urlaub?
Festnetz, Handys – die günstigsten Anbieter Wie telefoniere ich billig aus dem Urlaub?
Sommer, Sonne, Strand – auch im Urlaub ist das Handy immer dabei. In BILD beantworten Experten die wichtigsten Fragen und sagen, was Sie beachten müssen, damit die Telefonkosten nicht explodieren.
Kann ich im Urlaub mit meinem Handy einfach lostelefonieren?
Die meisten Handys sind von Anfang an für das sogenannte Roaming, also das Telefonieren in ausländischen Mobilfunknetzen, zugelassen. Bei einigen Anbietern (u. a. Mobilfunk-Discounter) muss der Vertrag für das Ausland freigeschaltet werden. Tipp: Rechtzeitig vor Urlaubsbeginn bei Ihrem Anbieter nachfragen.
Was kosten Telefonate aus dem Urlaub nach Deutschland?
Laut EU-Verordnung darf das Telefonieren innerhalb der Mitgliedsländer nicht mehr als 58,31 Cent pro Minute (inkl. Mehrwertsteuer) kosten. Ende August sinkt der Preis für aus dem Ausland abgehende Gespräche auf 54,74 Cent/Minute.
Wie teuer ist es, wenn ich im Ausland angerufen werde?
Kosten für eingehende Anrufe innerhalb der EU dürfen laut Verordnung nicht mehr als 28,56 Cent pro Minute kosten. Auch hier sinkt der Euro-Tarif erneut zum 30. August. Die Minute kostet dann maximal 26,18 Cent.
Wie teuer sind Gespräche außerhalb der EU?
Wer in einem Nicht-EU-Land Ferien macht, zahlt möglicherweise deutlich höhere Minutenpreise. Eine Minute aus der Türkei nach Deutschland kostet z. B. im Schnitt 1,49 Euro.
Lohnt sich ein spezieller Urlaubstarif?
Mit Optionstarifen lassen sich die Kosten fürs Handy- telefonieren im Ausland teilweise senken (siehe Tabelle). In der Regel lohnen sich die Tarife für längere Anrufe. Wer in Spanien angerufen wird, zahlt einmalig pro Gespräch z. B. 75 Cent (Vodafone) im Vergleich zu Roaming-Gebühren von 28 Cent/Minute. Lohnt sich also ab 3 Minuten (28 Cent x 3 = 84 Cent). Achtung: Bei einigen Anbietern fällt noch eine Grundgebühr an, Tarife gibt es nicht für alle Prepaid-Karten.
Was kosten Urlaubs-SMS nach Hause?
Je nach Netzbetreiber und Reiseland kostet der Versand in der EU von 29 bis 46 Cent pro Mitteilung (max. 160 Zeichen).
Statt Postkarten – was kostet der MMS-Gruß?
Wer innerhalb der EU per Handy ein Foto vom Strand schickt, zahlt je nach Dateigröße zwischen 60 Cent und 4 Euro. Da sind Postkarten in der Regel billiger!
Wie kann ich noch sparen?
Schalten Sie am besten Ihre Mobilbox aus, denn die ist eine echte Kostenfalle. Beispiel: Der deutsche Anbieter leitet ein Gespräch an den Urlaubsort weiter. Dabei fallen die üblichen Roaming-Kosten an. Das Gespräch wird nicht angenommen, geht auf die deutsche Mailbox – wieder Roaming-Kosten. Wer die Nachricht abruft, zahlt erneut.
Lohnt es sich, für Gespräche ins deutsche Festnetz eine Karte für Telefonzellen zu kaufen?
Ja, sofern der Minutenpreis nach Deutschland aus der Telefonzelle unter den Handy-Kosten von 58 Cent/Min. (EU) liegt. Tipp: Kosten im Hotel erfragen. Und: Achten Sie darauf, wie lange das Guthaben auf der Telefonkarte gültig ist und ob sie eventuell unverbrauchtes Guthaben noch im nächsten Urlaub nutzen können.
Lohnt es sich, am Urlaubsort über das Internet zu telefonieren?
Hier kommt es darauf an, wie teuer die Internet-Nutzung am Urlaubsort ist. Eine Minute ins Deutsche Festnetz kostet z. B. über Internet-Anbieter Skype nur 2 Cent (Handynetz: 23 Cent/Minute). Die Gesprächskosten plus Internet-Zugang dürfen also nicht über 58 Cent/Min. liegen.
Fachliche Beratung: Experten von www.tariftip.de, www.teltarif.de, Stiftung Warentest
Freitag, 18. Juli 2008
Angst vor sozialem Abstieg wird größer
Umfrage
Angst vor sozialem Abstieg wird größer
Laut Studie sieht nur noch gut die Hälfte Deutschland als Wohlstandsgesellschaft
| AP | 19.07.2008 05:07 |
- Bürger haben am meisten Angst vor hohen Preisen [ 04.09.2008 ]
- Hohe Inflation belastet Geringverdiener stärker als vermutet [ 13.07.2008 ]
- In Deutschland ist jeder achte von Armut bedroht [ 08.07.2008 ]
- Jugendarmut erreicht erschreckende Ausmaße [ 14.06.2008 ]
Berlin – Trotz des jünsten wirtschaftlichen Aufschwungs sehen viele Bundesbürger Deutschland nicht mehr als wohlhabendes Land. Laut einer Ipsos-Umfrage glaubt inzwischen nur noch gut die Hälfte der Bundesbürger (55 Prozent), dass unsere Gesellschaft in Wohlstand lebt, wie die „Welt“ berichtet. Vor zwei Jahren waren dagegen noch 65 Prozent dieser Auffassung. Drastisch gestiegen ist im Gegenzug die Zahl der Skeptiker: 40 Prozent sehen das Land demnach heute nicht in Wohlstand leben, 2006 waren es nur 29 Prozent.
Auch die zukünftigen wirtschaftlichen Perspektiven werden laut der im Auftrag des Bankenverbandes erstellten, repräsentativen Studie ausgesprochen düster gesehen, wie die Zeitung schreibt. Beinahe sechs von zehn Bundesbürgern rechnen demnach damit, dass der Lebensstandard künftig eher sinken wird. Einen steigenden Wohlstand erwartet hingegen gerade einmal jeder Zehnte der Befragten.
Gleichzeitig wird auch der Ruf nach Schutz durch den Staat wieder lauter. Während die regelmäßige Erhebung des Bankenverbandes für die vergangenen Jahre einen stetig steigenden Anteil derjenigen auswies, die die Sicherung des Wohlstands in erster Linie als individuelle Verantwortung betrachten, zeigt die diesjährige Umfrage erstmals wieder eine Trendumkehr, wie es heißt: Nur noch 62 (2006: 70) Prozent sind der Meinung, dass die Wohlstandssicherung vor allem eine Aufgabe des Einzelnen ist, 31 (25) Prozent sehen dagegen den Staat in der Pflicht.
Die kompletten Ergebnisse der Studie zum Standort Deutschland und zur Zukunft der sozialen Marktwirtschaft will der Verband am Donnerstag vorstellen. (AP)
Donnerstag, 17. Juli 2008
Trump-Villa geht für 100 Millionen Dollar an russischen Milliardär
Trump-Villa geht für 100 Millionen Dollar an russischen Milliardär
Palm Beach - Der Bauunternehmer Donald Trump hat sein Anwesen in Palm Beach im US-Staat Florida für 100 Mio. Dollar an einen russischen Milliardär verkauft. Das Geschäft zeige, dass man auf dem amerikanischen Immobilienmarkt noch Erfolge erzielen könne, sagte Trump. Es ist nach Angaben seiner Sprecherin der höchste Preis, der jemals für eine Immobilie in den Vereinigten Staaten gezahlt worden sein soll.
Bei dem Käufer handelt es sich um Dmitri Rybolowlew, der damit nun über eine Wohnfläche von 5575 Quadratmetern direkt am Meer verfügt. Das Maison de l'Amitie ist mit reichlich Marmor und Gold ausgestattet, für Damen und Herren gibt es getrennte Bade- und Ankleidezimmer. "Ich finde, das ist ein großartiges Zeichen für die Region, ein großartiges Zeichen für Palm Beach", sagte Trump zu dem Geschäft. Er hatte das Anwesen im Jahr 2004 für 41 Mio. Dollar gekauft und aufwendig instand gesetzt. Allerdings hatte er 2006 schon einmal versucht es zu verkaufen - für 125 Mio. Dollar. AP
Samstag, 12. Juli 2008
Immo-Krise führte zu grösster Bankenpleite in den USA seit 1984
| | Die Panik der Anleger wegen der US-Immobilienkrise hat die grösste Bankenpleite in den USA seit 1984 heraufbeschworen: Die kalifornische Indymac-Bank wurde am Freitag von der Bankenaufsicht (OTS) wegen einer akuten Liquiditätslücke der Kontrolle des staatlichen Einlagenversicherungsfonds FDIC unterstellt. Nach Kursstürzen der beiden grössten US-Immobilienfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac sagte die Regierung in Washington den Finanzinstituten Unterstützung zu. Der US-Senat beschloss eine Gesetzesvorlage mit Garantien für Immobilienkredite im Wert von rund 300 Milliarden Dollar (189 Mrd. Euro). Die Schliessung der Indymac-Bank wurde durch einen schlagartigen Vertrauensverlust der Kunden mitverursacht. Seit Juni hatten die Kunden 1,3 Milliarden Dollar an Einlagen zurückgefordert, nachdem Zweifel an der Solidität des Unternehmens an die Öffentlichkeit gelangten. Die Bank sei "wegen einer Liquiditätskrise" geschlossen worden, sagte der Direktor der Aufsichtsbehörde, John Reich. Sie werde am Montag als Bundesbank Indymac weitergeführt. Bereits am vergangenen Montag hatte die Bank mitgeteilt, sie wolle innerhalb von zwei Monaten 3.800 der 7.200 Mitarbeiter entlassen. In den vergangenen drei Geschäftsquartalen hatte Indymac jeweils dreistellige Millionenverluste verzeichnet. Innerhalb eines Jahres büsste Indymac 98 Prozent seines Börsenwertes ein. Es ist die zweitgrösste Bankenpleite in der US-Geschichte - nach dem Niedergang der Continental Illinois Bank 1984. Reich bemängelte, der demokratische Senator Charles Schumer habe durch einen offenen Brief vom 26. Juni, in dem er auf die Liquiditätsprobleme der Indymac-Bank hinwies, zu der Panik der Kunden beigetragen. Schumer konterte, die Aufsichtsbehörde hätte die "zweifelhaften Kreditvergabepraktiken" der Bank nicht so lange hinnehmen dürfen. Eine abschließende Einigung auf gesetzliche Massnahmen zur Regulierung der Immobilienkrise ist nicht absehbar. Zwar stimmte der Senat mit 63 zu fünf Stimmen einem Gesetz zu, das mit staatlichen Garantien von 300 Milliarden Dollar die seit Monaten schwelende Krise der Immobilienfinanzierung eindämmen sollen. Im Mai hatte aber das Repräsentantenhaus eine eigene Initiative in die Wege geleitet, die nun mit dem Beschluss des Senats in Einklang gebracht werden muss. Danach ist die Unterschrift von US-Präsident George W. Bush erforderlich. Präsidentensprecherin Dana Perino sagte jedoch zu der Vorlage aus dem Senat, sie sei auf die Interessen von Kreditgebern zugeschnitten und helfe den verschuldeten Hausbesitzern nicht. |
Dienstag, 6. Mai 2008
Die neue US-Botschaft am Pariser Platz eröffnet Berlins Weißes Haus
Die neue US-Botschaft am Pariser Platz eröffnet Berlins Weißes Haus
Der Himmel weinte vor Freude, als die amerikanische Botschaft eröffnet wurde. Nicht alle der 4500 Geladenen hatten einen Schirm, nur 400 durften in den Neubau. Nasse Anzüge und Cocktailkleider aber konnten das deutsch-amerikanische Familienfest nicht verwässern – BILD verrät, was passierte.
8 Uhr: Der Pariser Platz wird gesperrt. Techniker werkeln an der großen Bühne vor der Dresdner Bank, 100 weiße Stehtische werden aufgestellt.
16 Uhr: Die ersten Journalisten dürfen hinter die Absperrungen, rund 300 konnten sich akkreditieren. Jeder bekommt eine Broschüre der hochgesicherten Botschaft. Sie zeigt auch Fotos von innen – ohne Mitarbeiter.
16.30 Uhr: Die 18 Gastro-Zelte öffnen. Westin-Grand-Chefkoch Peter Hampel (46) rührt im Chili con Carne, Christine Berthild (43) kredenzt 12 verschiedene Weine aus Kalifornien.
16.45 Uhr: Über den roten Teppich durchs Brandenburger Tor. Mit Regenschirmen und in Mänteln füllen die Ersten der 4500 Geladenen den Platz.
17.08 Uhr: Der frühere US-Präsident George Bush (84), Botschafter William R. Timken (69) und Ehefrau Sue durchschneiden das rot-weiß-blaue Band vor dem Diplomaten-Eingang.
17.20 Uhr: Die U. S.-Air-Force-Jazz-Band startet das Unterhaltungsprogramm. ADAC-Ehrenpräsident Wolf Wegener (75): „Wir hatten eigentlich gehofft, die Botschaft auch von innen zu sehen – aber leider kommen wir nicht rein.“ Das dürfen nur 400 Super-VIPs.
17.30 Uhr: Mutterseelenallein schlendert Berlins Bildungssenator Jürgen Zöllner (62, SPD) über den Platz, Tabletts mit Coke-Flaschen und Mini-Burgern werden durch die Menge getragen.
17.40 Uhr: Im runden, gläsernen Konferenzsaal trifft Bush ausgewählte Top-VIPs. Noch immer plätschert Regen auf das Präriegras der Dachterrasse. Bush und Timken ziehen weiter in den Innenhof mit Tulpenbäumen – neue Gäste begrüßen.
18.18 Uhr: Russlands Botschafter Vladimir V. Kotenev (50) plaudert auf dem Pariser Platz mit Porzellan-Unternehmer Wendelin von Boch (65): „Ich werde nicht bleiben, habe keine Karte für drinnen.“
18.20 Uhr: Bush trifft sich mit 18 Veteranen der Luftbrücke. Darunter Gail Halvorsen (87). Dem „Candy-Piloten“, der bei der Luftbrücke Süßigkeiten an kleinen Fallschirmen für Berliner Nachkriegs-Kinder abgeworfen hatte.
Freitag, 4. April 2008
Für Hungrige 1025 Kalorien für 7,99 Dollar
Für Hungrige 1025 Kalorien für 7,99 Dollar
Wer authentisch frühstücken will, geht am besten zu Bob Evans, der Restaurantkette aus Ohio mit 579 Filialen an der Ostküste:
Am Nachbartisch sitzen graublau gelockte Ladys in kurzen Hosen, Turnschuhen und Tennissocken: Standard-Outfit von US-Rentnern. Wer hier Kalorien zählen will, hat viel zu tun. Die 1025-Kalorien-Platte Farmer’s Choice für 7,99 Dollar: zwei Eier, Speck, Bratkartoffeln und zwei dicke Pfannkuchen mit Ahornsirup. „Noch etwas Kaffee, Honey?“
Serviererin Valerie (Foto mit Restaurant-Manager Eric) schenkt für 1,49 Dollar nach bis zum Abwinken. Schließlich geht’s um ihr Trinkgeld – 10 bis 15 Prozent sollte man in US-Restaurants zahlen, denn die Bedienung lebt davon, bekommt nur ein kleines Grundgehalt. Infos: www.bobevans.com.
Mittwoch, 27. Februar 2008
ALASKA , Whisky auf Gletschereis
27. Februar 2008, 06:09 Uhr
ALASKA
Whisky auf Gletschereis
Seeadler hocken auf den Bäumen, Bären tollen über Schotterpisten: In Alaska finden Urlauber ein nahezu unberührtes Naturparadies vor. Am Ende der besiedelten Welt öffnen Eingeborene ihre Türen - auch um ihre Kultur zu erhalten.
"Das ist der Devil's Stopp", sagt Tyler Robinson und deutet vom Cockpit aus auf eine zackig-spitze Felsformation. Das sechssitzige Flugzeug gleitet knapp über das ewige Eis des LeConte-Gletschers hinweg. In diese weiße Welt gelangt sonst kein Mensch, höchstens ein paar abgehärtete Bergziegen oder eben der Teufel persönlich, der am Gletscher stoppt, um die Schönheit der Erde zu bewundern.
Straßen sucht man hier vergeblich: Wer zum südlichsten Zipfel Alaskas möchte, muss sich zwischen Fähre und Flugzeug entscheiden. Der Pilot lenkt seine Maschine zurück nach Wrangell, einen Ort mit 2000 Einwohnern. Im Büro der Flugfirma zeigt er seinen Passagieren ein Gletscherfoto von 2002. "Da ist das Eis noch einige Meter länger", meint Tyler. Die Eisriesen schmelzen, auch in Alaska.
Durch Wrangell weht ein Hauch von Last Frontier, dem Ende der besiedelten Welt, wie der Slogan von Alaska lautet. Vor den einfachen Holzhäusern mit Elchgeweihen an der Fassade stehen Pick-ups und Männer in derber Arbeitskleidung. Weißkopfseeadler hocken auf den Bäumen wie anderswo Krähen. Wrangell ist kein Touristenort wie Sitka oder Ketchikan in der Wasserstraße Inside Passage, die häufig von Kreuzfahrtschiffen angesteuert und dann von Urlaubern auf Landgang überschwemmt werden. Wrangell ist echtes Alaska, gegründet im 19. Jahrhundert, bevor die Russen Alaska an die Amerikaner verkauften.
Ursprünglich war die Gegend von Tlingit-Indianern besiedelt, einem von fünf Ureinwohnerstämmen Alaskas. Sie nutzten den nahe gelegenen Stikine-Fluss als Handelsroute ins Landesinnere. Wilma Leslie, die Tochter eines Tlingit-Häuptlings, führt heutige Gäste zum Chief Shakes Tribal House, einem großen Stammeshaus aus Zedernholz. "Wir möchten Touristen über die Kultur der Eingeborenen informieren", sagt die 44-Jährige und reicht dabei Seegras und andere typische Speisen der Küstenindianer zum Kosten - es ist ihr Versuch, eine fast untergegangene Kultur am Leben zu erhalten.
Auf den Spuren der Eingeborenen
Mit dem Kajak geht es aufs Wasser hinaus, ganz so, wie einst die Indianer große Strecken zurücklegten. Leise gleiten die Boote über die ruhige See, den Blick auf die Wasseroberfläche gerichtet, denn manchmal kommen Wale bis an die Küste von Wrangell heran. Dann steigen alle am Petroglyphen-Strand aus. Bootsführerin Kate versichert: "Wir haben die höchste Konzentration von Petroglyphen in ganz Alaska." Mehr als 8000 Jahre alt sollen die reliefartigen Bilder aus Stein sein. Mit suchendem Auge wandern die Besucher langsam über den Sand. Hier ist ein Fisch auf einem Felsen zu sehen und dort ein Gesicht auf einem Stein, kunstvolle Relikte aus prähistorischer Zeit.
Ein Boot braust vorbei. Brenda Schwartz gibt mit dem 500 PS starken Motor Gas, um zum 37 Kilometer entfernten Anan Bear Observatory zu gelangen. Die Bären-Beobachtungsstation, ein touristischer Höhepunkt in der Gegend, ist nur per Boot zu erreichen. Vom Ufer führt ein gut befestigter Weg durch den ursprünglichen Regenwald: Riesige Farne, umgestürzte Bäume, seltsame Pflanzen und von den Ästen herunterhängendes Moos verleihen ihm eine mystische Stimmung. Schnell ist die Beobachtungsstation erreicht, die direkt an einem kleinen Fluss liegt. Tierfreunde und Fotografen können sich in dem getarnten Holzgebäude ungesehen aufhalten und so Braunbären aus nächster Nähe beobachten und fotografieren.
Paradies für Naturliebhaber
"Das ist einmalig hier", erklärt Brenda, "ohne viel Anstrengung kommt man als Durchschnittsreisender ganz nah an wilde Tiere heran." Doch nicht ein Bär lässt sich an diesem Tag blicken, denn die Lachse sind wider Erwarten noch nicht da. Alaska unterliegt dem Zyklus der Lachse. Wenn sie im Sommer an ihre Laichplätze in den Bächen und Flüssen zurückkehren, ziehen sie Bären, Vögel und auch Menschen an.
Langsam entfernt sich die Fähre, die seit kurzem einige Orte im südöstlichsten Alaska miteinander verbindet, von Wrangell. Vom Deck des Schiffes ergibt sich ein schöner Blick auf die Berge, Gletscher und Schneefelder, deren Weiß den blauen Himmel zu küssen scheint. Dazu kommen das Grün der dicht bewaldeten Inseln und das Blau des Pazifiks - ein aufregendes Farbenspiel der Natur. Nur wenige Besucher gehen in Coffman Cove, dem Fährterminal der Prince-of-Wales-Insel, von Bord. Der Tourismus auf der größten Insel des Alexander-Archipels steckt noch in den Anfängen. Es gibt nur einfache Lodges für Fischer und Jäger sowie Bed-and-Breakfast-Unterkünfte wie die von Julie und Dennis Benson in der Thorne Bay.
Schotterpisten statt Straßen
"Wir haben für Naturliebhaber einiges zu bieten", meint Dennis, der bei der Forstbehörde arbeitet: "Einsame Strände und wirkliche Urwälder mitten im Tongass-Nationalforst." Der gemäßigte Regenwald umfasst insgesamt rund sieben Millionen Hektar. Wald, soweit das Auge reicht. Doch auch radikal abgeholzte Flächen sind sichtbar, die klaffende Wunden in die gebirgige Insel gerissen haben.
Mitten im Wald versteckt liegt die El Capitan Cave, die einzige offiziell zugängliche von mehr als 500 entdeckten Höhlen auf der Insel. "Etwa 1000 Leute im Jahr klettern mit uns in die große kalte Höhle", sagt Emily Bebett und verteilt Helme und Lampen. Wie für eine Bergwerksexpedition ausgestattet, überwinden die Besucher zuerst 370 Treppenstufen, um sich dann auf die Spur der Vorgeschichte zu begeben. "Unsere Tierknochenfunde sind weit über 10.000 Jahre alt", erzählt die Höhlenführerin mitten im Karstgestein.
Die dünn besiedelte Prince-of-Wales-Insel ist gut erschlossen mit Straßen, allerdings sind wenige davon geteert, der Großteil besteht aus Schotterpisten. Das Autofahren erfordert volle Aufmerksamkeit, denn oft wechseln Rehe die Straßenseite - oder tatsächlich auch Schwarzbären. Es lohnt sich, den Fotoapparat griffbereit zu halten. An der Ostseite der Insel befindet sich der Totem-Park von Kasaan, einem einsamen Dorf des Haida-Stammes. Versteckt im Wald stehen ein Dutzend geschnitzter Totempfähle mit rätselhaften Figuren. Sie verbildlichen Geschichten der Indianer aus Zeiten ohne Schriftkultur.
Kunstwerke aus ewigem Eis
Im Vergleich zu dieser Einsamkeit wirkt das Städtchen Petersburg auf der Mitkof-Insel, die ebenfalls mit der Fähre zu erreichen ist, geradezu geschäftig: Der größte Fischereihafen der Inside-Passage birgt die weltweit umfangreichste Heilbuttfischer-Flotte. Überall basteln Fischer an ihren Booten. Ihren Fang verarbeiten die meist ausländischen Arbeiter in den Fischfabriken zu Konserven.
Barry Bracken legt gerade ab mit seinem Zehn-Meter-Boot Island Dream. Der Meeresbiologe bringt Touristen, Wissenschaftler und Fotografen zum Eis. Als er in die Bucht des LeConte-Gletschers einbiegt, kommen die ersten Eisschollen entgegen. "Der LeConte Gletscher ist recht aktiv", erklärt der 60-Jährige. "Er bewegt sich 30 Meter am Tag und kalbt viel." Langsam manövriert Barry um die messerscharfen Eisbrocken herum - äußerste Vorsicht ist geboten, auch wenn der Bootsrumpf extra verstärkt wurde. Für die Kreuzfahrtschiffe ist die LeConte-Bucht zu gefährlich. So genießt der Gast bei Barry fast allein die Eiswelt, bei einem Glas Whiskey auf Gletschereis.
Mit großen Augen schauen Seelöwen die Besucher an und gleiten flugs mit ihren Babys von den Eisschollen ins Wasser. Immer mehr Eisberge schwimmen vorbei: weiß wie der Schnee oder durchsichtig türkisfarben, immer anders geformt, von der Natur als Kunstwerk geschaffen. Am nächsten kommen Touristen zu den Gletschern allerdings aus der Luft. Mit dem Helikopter fliegt Steve Wally O'Brocta seine Gäste zum Patterson-Gletscher und landet direkt auf dem Eis. Ein Spaziergang über das Meer in dieser unendlichen Weiße begeistert auch den Piloten immer wieder: "Für mich ist das der friedlichste Ort der Welt."