Die Website „Passportindex“ hat eine Übersicht erstellt, die zeigt, welche Pässe beim Einreisen in andere Länder am nützlichsten sind. Der deutsche landet im Ranking weit oben.
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Vielreisende zeigen stolz, wo sie schon waren. Doch je nach Pass kann das Globetrotting durchaus schwierig werden.
Stellen Sie sich vor, Sie müssten bei fast jeder Reise im Vorfeld um ein Visum bitten, strenge Auflagen erfüllen und am Ende sogar damit rechnen, dass Ihr Gesuch abgelehnt wird. Was für Deutsche glücklicherweise die Ausnahme bleibt, ist für Burmesen, Iraker, Afghanen und Äthiopier die Regel. Je nach Staatsangehörigkeit ist die Reisefreiheit mehr oder weniger stark eingeschränkt. Selbst wer die finanziellen Mittel besitzt und sein Land verlassen darf, steht oft vor dem Problem: wohin reisen?
Die Website „Passportindex“ hat nun auf Basis der Visabestimmungen der 193 UN-Mitgliedsstaaten und sechs Territorien wie etwa Macau und Kosovo ermittelt, welche Pässe beim Reisen am meisten Vor- und Nachteile bringen. Reisepässe, die es ermöglichen, ohne Visum einzureisen oder ein solches direkt bei der Ankunft zu bekommen, erhalten für jedes Land einen Punkt.
Wenig überraschend landen die USA und Großbritannien ganz oben im Ranking. Insgesamt 147 Länder können Amerikaner und Briten in puncto Einreiseformalitäten vergleichsweise unkompliziert besuchen. Deutschland landet mit 145 Ländern ebenso wie Frankreich und Südkorea auf Platz 2. Im Vergleich: Ein Südsudanese kann nur in 28 Ländern ohne größere Auflagen reisen.
US-Minister Kerry eröffnet Amerikanische Botschaft in Kuba
Nach 54 Jahren wird wieder eine US-Flagge an der Botschaft in Kubas Hauptstadt Havana gehisstFoto: AP/dpa
US-Außenminister John Kerry bei seiner Ankunft am Flughafen HavanaFoto: AFP
Ende der Eiszeit zwischen den USA und Kuba!
US-Außenminister John Kerry ist am Freitag zu einem historischen Besuch in Kuba eingetroffen. Höhepunkt der eintägigen Visite ist die feierliche Wiedereröffnung der US-Botschaft in der kubanischen Hauptstadt Havanna.
Erstmals seit 54 Jahren weht wieder die US-Flagge vor dem Bürogebäude an der Uferpromenade Malecón.
Hunderte geladene Gäste und Schaulustige verfolgten, wie das US-Sternenbanner bei einer feierlichen Zeremonie im Außenhof der US-Botschaft gehisst wurde.
Im Anschluss zog sich Kerry für ein privates Treffen mit Dissidenten zurück.
Gleich kommt Kerry: Menschen in Havana warten auf die Eröffnung der US-BotschaftFoto: Reuters
Die US-Botschaft in der Hauptstadt Kubas – 54 Jahre lang wehte hier keine Flagge der Vereinigten StaatenFoto: Reuters
Es ist das erste Mal seit 1945, dass ein US-Außenminister die kommunistisch regierte Karibikinsel besucht. Beide Länder hatten erst am 20. Juli ihre Beziehungen normalisiert. Diese waren 1961 auf einem Höhepunkt des Kalten Krieges zwischen West und Ost abgebrochen worden.
Dieser Schritt war der bisherige Höhepunkt der Annäherung, die US-Präsident Barack Obama und Kubas Staatschef Raúl Castro im Dezember eingeleitet hatten.
Ein kurzer Überblick über die Beziehung zwischen den USA und Kuba
► 1961: Nachdem Washington im Januar als Reaktion auf die kubanische Revolution die diplomatischen Beziehungen zu Havanna abbrach, organisierte der US-Geheimdienst CIA im April die Invasion in Kubas Schweinebucht zum Sturz der Revolutionsregierung durch Exil-Kubaner. Die Invasion scheiterte.
► 1962: Die USA unter Präsident John F. Kennedy verhängten ein striktes Wirtschaftsembargo gegen Kuba. Washington entdeckte sowjetische Raketen auf der Insel – die Kuba-Krise brachte die Welt an den Rand des Atomkrieges. Der sowjetische Regierungschef Nikita Chruschtschow willigte in den Abzug der Raketen ein – unter der Bedingung, dass die USA nicht auf Kuba einmarschierten und ihre in der Türkei stationierten Atomraketen abtransportierten.
Am 24. Oktober 1962 unterzeichnet der damalige US-Präsident John F. Kennedy ein striktes Wirtschaftsembargo gegen KubaFoto: mauritius images
► 1977: US-Präsident Jimmy Carter lockerte die Reisebeschränkungen. Durch die Einrichtung von Interessenvertretungen in beiden Hauptstädten unter Schirmherrschaft der Schweiz verbesserten sich die Beziehungen ein wenig.
► 1982: Der US-Präsident Ronald Reagan verschärfte die Reisebeschränkungen wieder.
► 1992: Die UN-Vollversammlung verurteilte Washington wegen des Festhaltens am Embargo. Kurz zuvor hatte die US-Regierung unter Präsident George H.W. Bush die Sanktionen gegen Kuba ausgeweitet.
► 2004: Der republikanische US-Präsident George W. Bush kündigte neue Reise- und Überweisungsbeschränkungen für US-Bürger an.
Der ehemalige US-Präsident George W. BushFoto: AP/dpa
► 2009: US-Präsident Barack Obama ordnete an, einige Beschränkungen für US-Bürger kubanischer Herkunft bei Reisen und Überweisungen nach Kuba aufzuheben. Obama sprach von einem „Neuanfang” nach „Jahrzehnten des Misstrauens”. Die Festnahme des US-Entwicklungshelfers Alan Gross, dem Kuba Spionage vorwirft, trübte die Stimmung aber.
► 2011: Die USA lockerten die Sanktionsschraube erneut ein Stück weit, unter anderem wurden Finanztransfers und die Visavergabe erleichtert sowie andere Reisebeschränkungen aufgehoben. Die kubanische Justiz verurteilte Gross zu 15 Jahren Haft.
► 2013: Obama und Kubas Staatschef Raúl Castro schüttelten sich bei der Trauerfeier für Südafrikas ehemaligen Präsidenten Nelson Mandela die Hand. Castro bot den USA einen Dialog an, wenn diese im Gegenzug das politische System und die Unabhängigkeit Kubas respektierten. Beide Seiten führten unter Vermittlung des Vatikans Geheimverhandlungen über eine Normalisierung der Beziehungen.
► 2014: Obama und Castro kündigten nach einem Telefonat im Dezember offizielle Gespräche über die Wiederaufnahme diplomatischer Beziehungen an. Zudem wollte der US-Präsident mit dem Kongress über eine Aufhebung des Embargos beraten. Kuba ließ Gross frei, im Gegenzug erlaubte die US-Regierung drei inhaftierten kubanischen Geheimdienstagenten die Rückkehr in ihre Heimat.
Historischer Handschlag: US-Präsident Barack Obama (r.) und Kubas Präsident Raul CastroFoto: Reuters
► 2015: Seit Mitte Januar gelten weitere Reise- und Handelserleichterungen für Kuba, beide Länder starteten Verhandlungen über die Eröffnung von Botschaften. Beim Amerika-Gipfel in Panama kamen Castro und Obama im April zur ersten Unterredung von Staatschefs beider Länder seit 1956 zusammen.
Ende Mai strichen die USA Kuba von ihrer Terrorliste und machten damit den Weg frei für die formale Wiederaufnahme diplomatischer Beziehungen. Am 20. Juli erhielten die Interessenvertretungen im jeweils anderen Land wieder offiziell den Status von Botschaften.
Gescheiterte US-Einreise: "Ich kam mir vor wie eine Schwerverbrecherin”
ONLINE: Frau Schneider, Sie sind eine Staatsfeindin der USA?
Aimee Valentina Schneider: So kam ich mir zumindest vor, auf dem Flughafen von Philadelphia. Wie eine Schwerverbrecherin. Ich wollte nur umsteigen, aber dann wurde ich bei der Passkontrolle herausgefischt, mein Gepäck wurde durchsucht, ich wurde drei Stunden lang befragt, musste unter Eid aussagen und wurde anschließend von zwei Polizisten zum Flugzeug zurück nach Frankfurt eskortiert.
ONLINE: Was ist passiert?
Schneider: Ich wollte nach dem Abitur für vier Monate meine Großcousine in Cleveland besuchen, ein bisschen reisen, mein Englisch verbessern. Der Beamte in Philadelphia hat mich bei der Passkontrolle gefragt, was ich so lange in den USA wolle. Urlaub bei Verwandten, was sonst? Dafür hatte ich schließlich ein Besuchervisum bekommen.
ONLINE: Das hat die Kontrolle nicht akzeptiert?
Schneider: Nein. Ich wurde in einen separaten Raum zu einer Art Verhör gebeten, das ziemlich ruppig verlief. Wir könnten doch einmal von Frau zu Frau reden, sagte die Beamtin. Sie erkenne Lügen schon von Weitem. Vier Monate Urlaub, und dann noch in Cleveland, das macht doch keiner. Als ich dann von meiner Großcousine und ihren Kindern erzählte, wurde sie plötzlich sehr hellhörig. Ich sollte mein Handy herausrücken und ihnen die Facebook-Nachrichten zwischen meiner Großcousine und mir zeigen. Irgendwann vor der Reise hatte ich geschrieben, dass ich auch mal auf die Kinder aufpassen könne. Warum auch nicht? Ich gehöre zur Familie. Es war nie die Rede davon, dass ich Geld dafür bekommen sollte. Am Flughafen hieß es dann, ich wollte schwarz als Au-pair in den USA arbeiten. Ich galt plötzlich als illegale Arbeitsmigrantin.
ONLINE: Wenn man das Vernehmungsprotokoll liest, könnte man tatsächlich den Eindruck bekommen, Sie wollten zum Arbeiten kommen. Anscheinend ging es in der Facebook-Unterhaltung auch darum, ob Sie die Kinder einer Nachbarin und Kollegin hüten und von der Schule abholen können.
Schneider: Wir haben darüber gesprochen, womit ich mich beschäftigen könnte, wenn meine Cousine auf der Arbeit ist. Ich wollte eine weitere Familie kennenlernen. Dass ich Geld dafür bekommen sollte, war nie geplant. Wir hatten nur grobe Pläne gemacht. Nichts davon stand fest. Was hätte ich den Grenzbeamten da erzählen sollen? Dass ich den ganzen Tag fernsehe? Bei dieser Vernehmung stand ich total unter Druck, mir wurden die Wörter im Munde umgedreht. Ich war schon fast 24 Stunden wach, zermürbt von der fremden Sprache und der ganzen Situation.
ONLINE: Konnten Sie niemanden zur Unterstützung holen bei diesem Gespräch?
Schneider: Nein. Ich wollte meine Eltern anrufen, durfte das Handy aber nicht benutzen. Das deutsche Konsulat zu verständigen, würde nichts bringen, sagte man mir. Mein Handy bekam ich erst im Flugzeug zurück. Vor dem Start hatte ich genau fünf Minuten Zeit, um meinen Vater anzurufen.
ONLINE: Was machen Sie jetzt in Deutschland?
Schneider: Ich verbringe die nächsten vier Monate mit Jobben. In die USA will ich erst einmal nicht. Noch einmal muss ich das nicht erleben.
Dieser Tag wird in die Geschichte eingehen. Nach 54 Jahren Eiszeit ist es nun offiziell: Die USA und Kuba haben wieder volle diplomatische Beziehungen aufgenommen. Die einstigen Erzfeinde haben in der Hauptstadt des jeweils anderen Landes wieder eine Botschaft.
In der Eingangshalle des US-Außenministeriums hängt die kubanische Flagge nun wieder neben den Fahnen der anderen Länder, mit denen die USA diplomatische Beziehungen unterhalten.
Die kubanische Flagge mit fünf blau-weißen Streifen und einem roten Dreieck mit weißem Stern wurde am Montagmorgen (Ortszeit) an einem Fahnenmast in der imposanten Marmorlobby des State Department in Washington gehisst.
Jedes Land, mit dem die USA diplomatische Beziehungen haben, ist mit seiner Fahne im US-Außenministerium vertreten. Nun hängt auch die kubanische Nationalflagge wieder in der EingangshalleFoto: AFP
Die Flaggen der Partnerländer der USA sind dort in alphabetischer Reihenfolge platziert: Kubas Flagge (Cuba) hängt nun zwischen Kroatien (Croatia) und Zypern (Cyprus).
Auch in der kubanischen Botschaft in Washington wurde zur Wiedereröffnung die Fahne des sozialistischen Staates gehisst.
Bei einer feierlichen Zeremonie wurde am Morgen (Ortszeit Washington) die Nationalflagge vor der kubanischen Botschaft gehisstFoto: Reuters
Das herrschaftliche Anwesen in der 16th Street liegt knapp drei Kilometer nördlich vom Weißen Haus. Es diente Kuba schon vor dem Abbruch der Beziehungen 1961 als diplomatische Vertretung. Seit 1977 war in dem Gebäude die Interessenvertretung des Landes untergebracht, unter der Schirmherrschaft der Schweizer Botschaft.
Schon vor Abbruch der diplomatischen Beziehungen 1961 diente das Gebäude Kuba als BotschaftFoto: AP/dpa
Kubas Außenminister in Washington
Kubas Außenminister Bruno Rodríguez ist für die feierliche Wiedereröffnung mit einer rund 30-köpfigen Delegation nach Washington gereist – es ist der erste offizielle Besuch eines kubanischen Außenministers in den USA seit der Revolution 1959.
Kubas Außenminister Bruno Rodríguez hilft beim Hissen der Flagge in Washington – sein Amtskollege John Kerry wird Mitte August in Havanna die US-Botschaft offiziell einweihenFoto: AFP
Zu den 500 geladenen Gästen zählen auch zahlreiche weitere Kubaner, darunter der bekannte Sänger Silvio Rodríguez. Auch der Leiter der US-Vertretung in Havanna, Jeffrey DeLaurentis, und die Abteilungsleiterin für Lateinamerika im US-Außenministerium, Roberta Jacobson, haben ihr Kommen zugesagt. Jacobsen hatte die Verhandlungen zur Aufnahme der diplomatischen Beziehungen mit Kuba geleitet.
Nach der Zeremonie sollte Außenminister Rodríguez von seinem amerikanischen Amtskollegen John Kerry im State Department empfangen werden. Nach dem Treffen ist eine gemeinsame Pressekonferenz geplant.
Noch keine US-Fahne in Havanna
Die USA hatten am Montag keine Eröffnungsfeier ihrer Botschaft in Havanna. Kerry will aber im August nach Kuba reisen, um dort an der Botschaft die US-Flagge zu hissen.
Bis beide Länder neue Botschafter benennen, bleiben die Verantwortlichen der bisherigen Interessenvertretungen als Geschäftsträger im Amt, José Ramon Cabañas für Kuba und Jeffrey DeLaurentis für die USA.
Rückblick: Entwicklungen der letzten Monate
US-Präsident Barack Obama und Kubas sozialistischer Staatschef Raúl Castro hatten im Dezember eine historische Annäherung zwischen den Erzfeinden aus dem Kalten Krieg eingeleitet.
Im Januar lockerte Obama bereits einige Reise- und Handelsbeschränkungen. Drei Monate später begegneten sich Obama und Castro beim Amerika-Gipfel in Panama-Stadt – das erste offizielle Treffen eines US-Präsidenten mit seinem kubanischen Kollegen seit 1959. Ende Mai strich Washington Kuba von seiner Terrorliste, Anfang Juli kündigte Obama schließlich die Wiedereröffnung der Botschaften an.
Republikaner gegen Annäherung
Kuba dringt zudem auf eine Aufhebung des seit 1962 geltenden Embargos gegen den Karibikstaat. Die Handelssanktionen kann aber nur der US-Kongress aufheben. Die oppositionellen Republikaner, die im Senat und im Repräsentantenhaus eine Mehrheit haben, sind bisher strikt gegen die Annäherung an Kuba.
Der republikanische Senator und Präsidentschaftsbewerber Marco Rubio kündigte bereits an, die diplomatischen Beziehungen im Falle seiner Wahl zum Präsidenten sofort wieder abzubrechen. Im Nachrichtensender CNN sprach der Sohn kubanischer Einwanderer am Sonntag von der Anerkennung einer „antiamerikanischen, kommunistischen Tyrannei”.
New York ist ohnehin eine pulsierend-bunte Stadt. Doch zum „Bodypainting Day“ wird die Metropole noch farbenfroher – und schriller...
Rund 100 Models feierten am 18. Juli in ihren Körpergewändern in den Straßenschluchten des Big Apple. Zuvor wurden sie von etwa 50 Künstlern in ihre Kostüme gemalt – die Verwandlung geschah direkt auf dem heißen Asphalt der Großstadt.
Mit dabei auch Körpermodels, die nicht den perfekten Körpermaßen entsprechen: dick und dünn, alt und jung. Aber genau so ist es auch gewollt von dem Künstler Andy Golub, der dieses besondere Event in den Straßen New Yorks schon seit Jahren organisiert.
„All bodies are good bodies“ – so lautet das Motto der diesjährigen Veranstaltung. Diese Teilnehmerin der Parade freut'sFoto: Getty Images
Er begreift den „Bodypainting Day“ als ein Ereignis, um den eigenen Körper zu feiern, wie er selbst sagt. Den Macher dieses besonderen Events hat die Organisation in der Vergangenheit schon so manchen Ärger eingebracht.
Der Bodypainting Day ist auch eine Demonstration für den eigenen Körper, um zu sich zu stehen. Aus diesem Grund haben einige Teilnehmer ihren Körper mit Botschaften bemalt. So auch diese Frau. Auf ihrer Stirn steht „open mindedness“ – zu deutsch: AufgeschlossenheitFoto: Getty Images
2011 wurde er während der Parade verhaftet, denn die Polizei war von dem freizügigen Straßenfest nicht besonders begeistert. Die Richter hingegen zeigten Verständnis und ließen den Künstler damals gegen eine Geldstrafe frei.
Es nehmen auch Models teil, die nicht unbedingt dem gängigen Schönheitsideal entsprechenFoto: Getty Images
Seither kann die Nackt-Parade ungestört in den Straßen New Yorks stattfinden – so auch in diesem Jahr.
Neben dem Spaß an der Körperkunst vermittelt das Event auch eine wichtige Botschaft: Akzeptiere deinen Körper! Einige der Teilnehmer nehmen das offenbar recht ernstFoto: Getty Images
Und wieder sind sie alle dabei: ein buntes Potpourri von groß und klein, dick und dünn, alt und jung.
Dürre in den USA:Kalifornien schaltet die Strandduschen ab
Dürre in den USA: Kalifornien schaltet die Strandduschen ab
Besucher von Kaliforniens Stränden verbrauchen jedes Jahr bis zu 68 Millionen Liter Frischwasser, um sich den Sand und das Salzwasser nach dem Bad im Meer abzuwaschen. Nun soll damit erstmal Schluss sein: Die Duschen an den Küstenabschnitten des US-Bundesstaats werden kommende Woche abgeschaltet.
"Kalifornien hat mit einer sehr schweren Dürre zu kämpfen", teilte Lisa Mangat, Verantwortliche für die Freizeitanlagen des Bundesstaats, mit. "Es ist daher für alle Kalifornier bei der Arbeit, Zuhause und bei Freizeitbeschäftigungen wichtig, sparsam mit Wasser umzugehen."
Die Maßnahme des bevölkerungsreichsten US-Bundesstaats ist ein weiterer Versuch, der extremen Trockenheit im Land Herr zu werden. Seit Jahren kämpft Kalifornien mit den Folgen der Dürre, die die bedeutende Agrarindustrie Milliarden kostet. Kein Staat in den USA produziert so viele Agrarprodukte wie Kalifornien, mehr als die Hälfte der in den USA angebauten Nüsse, Früchte und des Gemüses wird hier angepflanzt.
Die Wasserressourcen sind stark angegriffen. Satellitenbilder haben gezeigt, dass auch die Grundwasserpegel bereits stark gesunken sind. Studien über die Klimageschichte der Region haben ergeben, dass die aktuelle Trockenheit nicht etwa die Ausnahme, sondern eine Rückkehr zum Normalzustand sein könnte.
Den meisten wird das dramatische Ausmaß allerdings erst jetzt bewusst - spätestens seitdem Gouverneur Jerry Brown im April die Kalifornier per Dekret zum Wassersparen gezwungen hat: Haushalte, Städte und Gemeinden sollen demnach ihren Wasserverbrauch um ein Viertel senken, zum Beispiel durch neue Normen für Toiletten und Wasserhähne und indem Rasenflächen nicht mehr bewässert werden.
Zeitraffer: Die Dürre im Südwesten der USA. Gelb steht für "abnormal trocken", helles Orange für "moderate Dürre", dunkles Orange für "starke Dürre", Rot für "extreme Dürre" und Braun für "außergewöhnliche Dürre”.
US-Abschlussfeiern: Mut fürs Leben - Michelle Obama an der Tuskegee University
Es war nur eine von vielen Reden in dieser Saison. Aber es war die stärkste. Als First Lady Michelle Obama vor den Studenten der Universität von Tuskegee im Südstaat Alabama sprach, da wurde die eigentliche Bedeutung dieses Rituals greifbar, das in den USA das Ende des Studiums markiert.
Für amerikanische Studenten ist der Tag des Commencement Speech ein besonderes, zeremonielles Ereignis. Die Absolventen kleiden sich in Doktorhüte und Talare, jene schwarzen Deckel-Kappen und die langen, glänzenden Kleider, die aussehen wie seidene Morgenmäntel. Der Uni-Präsident liest die Namen vor, die Aufgerufenen schreiten zur Bühne, um unter dem Applaus von Freunden, Kommilitonen und Familie das Diplom zu empfangen.
Aber es ist noch mehr. Zur Tradition gehört die große Rede. Mehr oder weniger berühmte Leute bekommen einen Ehrendoktor verliehen, damit sie im Gegenzug an den abgehenden Jahrgang salbungsvolle Worte richten. Eine Sammlung gut gemeinter Ratschläge und Motivations-Tipps fürs Leben, gewürzt mit kleinen, persönlichen Geschichten. "Vergesst nicht: man kann die Leiter des Erfolgs nicht mit den Händen in den Hosentaschen erklimmen!", warnte einst Arnold Schwarzenegger.
Michelle Obamas Auftritt aber war ein besonderer. Weil sie nicht nur daran appellierte, den Tag zu nutzen, Herausforderungen zu meistern oder Ängste zu besiegen. Sondern darum, wie insbesondere afroamerikanische Absolventen im Leben zurechtkommen können.
"Probleme halten sich hartnäckig"
Die Tuskegee University gehört zu den "Historically Black Colleges and Universities" und Obamas Auftritt fand vor dem Hintergrund der neuen Rassismusdebatte in den USA statt: Damals Ferguson, Baltimore, jetzt auch Charleston. "So sieht's aus - der Weg vor euch wird nicht einfach sein", sagte Obama zu den hauptsächlich afroamerikanischen Studenten.
Und weiter: "Das ist er nie, vor allem nicht für Leute wie euch und mich. Wir sind zwar weit gekommen, aber die Wahrheit ist: Die alten Probleme halten sich hartnäckig und sind nicht ganz beseitigt. Mein Mann und ich wissen, wie frustrierend diese Erfahrung sein kann.
Wir haben beide den Stachel des alltäglichen Rassismus spüren müssen, unser Leben lang. Wenn Leute die Straßenseite wechseln, aus Angst um ihre Sicherheit. Wenn Ladenverkäufer uns die ganze Zeit im Auge behalten. Wenn Leute bei öffentlichen Anlässen dachten, wie gehörten zum Personal. Wenn Leute unsere Intelligenz infrage gestellt haben, unser Ehrlichkeit, sogar unsere Liebe für dieses Land."
Die Rede gewährte seltene Einblicke, denn Michelle Obama spricht nicht oft offen über Rassismus, besonders nicht aus persönlicher Perspektive. Mich hat dieser Auftritt tief beeindruckt. Sie hielt die perfekte Abschlussrede. Weil sie aufrüttelte, statt Plattitüden zu verkünden. Und weil sie den Zuhörern Mut machte.
Inspiration am Ende des Bildungsweges
Warum gibt es solche Feiern, solche Reden eigentlich nicht in Deutschland? Mittlerweile sind zwar manche Fakultäten dazu übergegangen, zumindest kleine Zeremonien zu organisieren. Aber meist läuft das doch so: letzte Prüfung, dann kann man sich das Diplom im Sekretariat abholen. Und los geht's, in den neuen Lebensabschnitt.
In Deutschland kommt die große Feier nicht am Ende der Ausbildung, sondern am Anfang allen Lernens. Erstklässler bekommen ihre Schultüte, einen Ranzen und ein Mäppchen. Meine deutsche Schwiegermutter kam vergangenes Jahr extra angereist, um bei der Einschulung meiner Zwillinge in den USA dabei zu sein.
Stolz liefen die beiden mit ihren - natürlich aus Deutschland mitgebrachten - Schultüten am ersten Schultag auf den Pausenhof. Nur um festzustellen, dass sie die einzigen waren, die so etwas in den Händen hielten. Entsprechend wollten sie dann nicht mehr weiter auffallen, drückten uns die Tüten in die Hand und folgten der Lehrerin ins Gebäude. Das war's. Keine Aufführung, kein großes Aufgebot. Meine Schwiegermutter war verständlicherweise schwer enttäuscht.
Dennoch: Ist nicht Inspiration am Ende der Ausbildung wichtiger als eine Schultüte zu Beginn? Inspiration, wie sie Michelle Obama an der Universität von Tuskegee bot: Die Frustration, von der sie berichtet habe, sei keine Ausrede zum Aufgeben, sagte die First Lady. "Das ist kein Grund, die Hoffnung zu verlieren. Denn wenn wir dem Ärger oder der Verzweiflung erliegen, dann verlieren wir."